An sich glauben lernen - Selbstwirksame Lernprozesse

Die Erfahrung selbst etwas bewegen und verändern zu können macht Mut zum Handeln

Warum sitzt ein Kind an einem Tisch und bleibt so lange sitzen, bis das Puzzle fertig ist? Warum gibt es nicht schon nach kurzer Zeit auf? Was hat dieses Kind in seinem Leben gelernt?
Dieser Mensch hat die Erfahrung machen können, dass es etwas bewegen und verändern kann. In der Pädagogik nennt man das „Erfahrung der Selbstwirksamkeit“. Ein Mensch macht die Erfahrung, dass sein Handeln Wirkung zeigt. Dies muss ein Mensch erlebt haben, damit er überhaupt den Mut zum Handeln hat. Mut deshalb, weil im Handeln auch immer die Möglichkeit des Misserfolgs und damit des Selbstzweifels enthalten ist.

Der Mensch ist immer auf der Suche der Selbstwirksamkeit. Ein Baby schreit und macht die Erfahrung, dass das Schreien ein Handeln bei Mutter oder Vater auslöst. Es schreit wieder, nur um sich zu überzeugen, ob tatsächlich die Aktion von Mutter und Vater mit seinem Handeln, dem Schreien zu tun hat.

Auf der anderen Seite: Wenn ein Kind dreimal einen Vorschlag macht und nie wird sein Vorschlag angenommen, dann wird es nie mehr einen Vorschlag machen. Baut es dreimal einen Turm aus Klötzen auf und dreimal wirft jemand anderes diesen Turm um, dann wird es keinen Turm mehr bauen. Das nennt man dann „Erlernte Hilflosigkeit“.

 
Kinder in ihrem Glauben an ihre Selbstwirksamkeit stärken - Eigene Wege für Problemlösungen ermöglichen

Diese Grundgedanken leiten uns im Regenbogen. Wir wollen nicht dazu beitragen, dass Kinder an ihrer Selbstwirksamkeit zweifeln, sondern sie in ihrem Glauben an ihre Selbstwirksamkeit stärken.
Wir setzen diesen Grundgedanken um, indem wir den Kindern die Möglichkeit geben, ihre Herausforderungen selber zu lösen. Wir versuchen es auszuhalten, wenn Kinder etwas nicht sofort schaffen. Wir wollen nicht sofort aufspringen, wenn Kinder vor einer geschlossenen Tür stehen, sondern abwarten, welche Lösungsstrategien Kinder entwickeln. Wir wollen den Kindern ermöglichen, sich selber das Essen aufzufüllen oder sich ihre Jacke alleine anzuziehen. Wenn eine Lösungsstrategie das Hilfe holen ist, dann haben Kinder eine wichtige Lösungsstrategie entdeckt.

 
Kinder an die Macht - Kinder sind Experten im Streit schlichten

Wenn Kinder einen Konflikt mit einem anderen Kind haben, dann versuchen wir nicht, den Konflikt für das Kind zu lösen, sondern wir ermuntern die Kinder, selber eine Lösung zu finden. Das erfordert von uns Disziplin und professionelles Verhalten. Es erfordert eine Gesprächskultur, die immer wieder den Ausgang von der Frage hat: „Hast du eine Idee, wie wir die Situation lösen können?“ Es erfordert die Fähigkeit, den eigenen Wunsch nach Handeln zurück zu stellen. Wir wissen Kinder sind die wahren Experten beim Streit schlichten, denn sie sind kreativ und nicht nachtragend. Sie können unsere Vorbilder sein.

Schulvorbereitung

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